Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes Döbeln-Jahnatal am 4. Mai / Beschluss zur künftigen Entsorgungsstruktur / Übersicht der Bauvorhaben
Nachdem sich die Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes (AZV) Döbeln-Jahnatal im November 2025 auf ein Investitionsvolumen von mehr als fünf Millionen Euro für das Jahr 2026 verständigt hatte, ging es nun am Montag, 4. Mai in Döbeln unter anderem darum, den aktuellen Stand der Vorhaben zu vermitteln. Außerdem behandelte die Verbandsversammlung Satzungsänderungen und einen Variantenvergleich für die Kläranlage Ostrau.
Umfangreiche Maßnahmen in Arbeit
Bereits ein Großteil der geplanten Investitionen für dieses Jahr wird derzeit realisiert oder ist geplant, wie der Verbandsversammlung kundgetan wurde.
So werden zum Beispiel in der Rosa-Luxemburg-Straße in Döbeln noch bis Herbst 280 Meter des vorhandenen Mischwassersammlers erneuert. Damit die Straße zum Stadtfest nutzbar ist, befindet sich der erste Teil des zweiten Bauabschnitts bereits auf der Zielgerade.
Auch in der Richard-Wagner-Straße wird bis zum Herbst der zweite Bauabschnitt fertiggestellt und die Mischwasserleitung auf rund 185 Metern Länge ersetzt.
Kurz vor dem Abschluss befinden sich die Arbeiten an der Abwasserdruckleitung zwischen Pommlitz und Schickenhäuser. Innerhalb von drei Monaten sind rund 650 Meter des Kanals erneuert worden.
In Ebersbach beginnen die Arbeiten zur Erneuerung einer Abwasserpumpstation jetzt im Mai. Sie sollen bis Juli abgeschlossen sein.
Neue Abwasserdruckleitung im Bau
Derzeit wird außerdem auf etwa fünfeinhalb Kilometern Länge eine neue Abwasserdruckleitung gebaut, um die Kläranlagen in Choren und Maltitz bis Ende 2027 außer Betrieb nehmen zu können. Das dort anfallende Abwasser soll nach einem Beschluss der Verbandsversammlung künftig auf der deutlich größeren Kläranlage in Döbeln-Masten umweltgerecht und den neuesten Anforderungen entsprechend behandelt werden.
Nun lag der Verbandsversammlung ein Variantenvergleich vor, wie man künftig bestenfalls mit den Kläranlagen Ostrau und Zschaitz verfährt. Das Ziel: die Entsorgungsstruktur im Verbandsgebiet weiter optimieren.
Variantenvergleich für die Kläranlage Ostrau
Der Variantenvergleich war veranlasst worden, weil sich auf dem Gelände der Kläranlage bereits deutliche Setzungserscheinungen zeigten. Teils sind Medienleitungen und auch Gebäudeteile bereits verformt. Wie die Vertreter der Mitgliedskommunen erfuhren, ist im Sinne der Betriebssicherheit oberirdisch bereits eine neue Abwasserdruckleitung errichtet und die bestehende, unterhalb der Erdoberfläche verlaufende Leitung außer Betrieb genommen worden. Sensibel ist das Thema vor allem, weil sich die Kläranlage in der Nähe der Jahna und damit in einer Trinkwasserschutzzone befindet. Ein Bodengutachten, heißt es, geht davon aus, dass es auch in Zukunft Setzungserscheinungen geben wird. Damit muss der AZV als Eigentümer zeitnah handeln.
Der Variantenvergleich – erarbeitet durch das Ingenieurbüro Klemm & Hensen – kam zu dem Ergebnis, dass die Überleitung des Abwassers in das Kanalnetz von Döbeln im Vergleich zu einem Ersatzneubau auf lange Sicht betrachtet die wirtschaftlichste Variante wäre.
In der Konsequenz soll die Kläranlage Ostrau mit einer Größe von 2 500 Einwohnerwerten stillgelegt werden. Darauf verständigte sich die Verbandsversammlung des AZV Döbeln-Jahnatal auf ihrer Sitzung am 4. Mai und beschloss zugleich die nächsten Schritte, etwa die Ausschreibung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung.
Vorläufiger Jahresabschluss 2025
Zum Jahresabschluss 2025 wurden die Mitgliedskommunen ebenfalls informiert. Die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dornbach, hieß es, würde seit Mitte April daran arbeiten. Daher könne man auch noch keine verbindlichen Aussagen treffen. Aber: Der Jahresüberschuss soll wie gewohnt in der nächsten Gebührenkalkulation berücksichtigt werden, um etwaige Unterdeckungen auszugleichen. Damit verbessere sich die finanzielle Lage des AZV; der zu erwartende Überschuss von rund 700.000 Euro erhöhe insbesondere die Eigenkapitalquote.
Geänderte Satzungen beschlossen
Die Abwassersatzung des AZV wurde in der aktualisierten Fassung beschlossen. Damit ist sie auf dem neuesten Stand, unter anderem bei den gesetzlichen Anforderungen zur Bekanntgabe von Beschlüssen im Internet als auch bei technischen Fragen. Beispielsweise wurden die Regelungen zur Fäkalschlammentsorgung komplett in die Abwassersatzung integriert.
Weitere Informationen über den AZV Döbeln-Jahnatal: www.azv-doebeln-jahnatal.de/
