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Neuer Fällmittelbehälter am Haken

Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal investiert über eine Million Euro / Wichtig für Reduzierung des Phosphoranteils im Abwasser und das ökologische Gleichgewicht

Rund eine Million Euro investiert der Abwasserzweckverband (AZV) Döbeln-Jahnatal in eine neue Fällmittelstation auf der Kläranlage Döbeln-Masten. Der fast sieben Meter hohe Tank ist am 24. Juli geliefert worden. Fällmittel ist für die Reinigung des Abwassers und die Einhaltung behördlich vorgeschriebener Grenzwerte unerlässlich, weil es Phosphor bindet.

„Phosphor gelangt vor allem über Waschmittel ins Abwasser. Wenn wir den Stoff im Reinigungsprozess nicht aus dem Abwasser herausfiltern, gefährdet er das ökologische Gleichgewicht in Bächen und Flüssen. Denn Phosphor“, erläutert Sebastian Simon, Bereichsleiter Abwasser bei Veolia in Döbeln, „kann zur Überdüngung von Gewässern führen.“ In der Konsequenz würden Tiere und Pflanzen sterben.

Bei der Planung des Projektes, für das es eine wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Mittelsachsen brauchte, wurde auf logistische Aspekte viel Wert gelegt: So steht der Behälter jetzt unmittelbar neben den Belebungsbecken, in denen Mikroorganismen, die organischen Bestandteile des Abwassers abbauen. Denn genau für diese Phase des Reinigungsprozesses wird das Fällmittel benötigt. „Die Transportwege sind damit entschieden kürzer geworden“, unterstreicht Sebastian Simon.

Gleichzeitig wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit dem Fällmittel weiter verbessert. „Sämtliche Rohrleitungen sind in Schutzrohren verlegt worden, außerdem ist der Behälter doppelwandig ausgelegt“, schildert Sebastian Simon. „Außerdem wird das System rund um die Uhr automatisch mithilfe von Sensoren auf Dichtigkeit überwacht. Sollte es zu einem Defekt kommen, würde austretendes Fällmittel im Doppelwandbehälter aufgefangen, das Betriebspersonal sofort informiert und ein sofortiger Stopp der Anlage veranlasst.“

Apropos Sicherheit: Für die Anlieferung der Chemikalie gelten ebenfalls besondere Anforderungen. Die Entladefläche für den Lkw besteht aus zugelassenen Betonfertigteilen, die chemikalienbeständig und undurchlässig sind.

Das gesamte Dosiersystem wird ebenfalls erneuert. Dazu zählen die Fördertechnik, wie Pumpen, und die vollautomatische Messeinrichtung, mit deren Hilfe genau die Menge dosiert wird, die für die Reinigung des Abwassers nötig ist – nicht zu viel und nicht zu wenig. Sebastian Simon: „Wie viel Fällmittel benötigt wird, hängt immer davon ab, wie stark das ankommende Abwasser belastet ist.“

„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schwer es unter Umständen sein kann, wichtige Stoffe für die Abwasserreinigung in ausreichender Menge rechtzeitig zu beschaffen. Deshalb ist der neue Fällmittelbehälter mit 35 Kubikmetern Fassungsvermögen auch etwas größer als der vorhandene, um bei möglichen Lieferengpässen besser gewappnet zu sein“, führt der AZV-Geschäftsführer Stephan Baillieu aus. Die gesetzlichen Anforderungen an die Abwasserreinigung würden auch weiter steigen – und Fällmittel sei unerlässlich, um den Phosphoranteil im Abwasser zu reduzieren, sodass die Grenzwerte eingehalten werden.

Ende September, spätestens Anfang Oktober soll der neue Fällmittelbehälter auf der Kläranlage in Betrieb gehen. Bis dahin wird der alte Speichertank genutzt.

Schwarzer Drucktank auf grünem Tieflader mit Scania-Zugmaschine

Auf dem Weg zur Kläranlage – sichere Beförderung des Großtank-Transports.

Entladung eines Großtanks mit Mobilkran.

Präzise Entladung – der Mobilkran positioniert den Großtank exakt an seinem Bestimmungsort.